Am Sonntag packte der Großteil des Teams schon alles für Hockenheim als die Test­crew noch daran arbeitete, den egn13 für die FSE(Formula Student Germany) fit zu machen. Längst war entschieden, dass der Wagen zum Hockenheimring nachfährt, um jede Minute in unserer Werkstatt wei­ter gegen die Systemausfälle vorzugehen.

Nach der Ankunft und dem Aufbau un­seres Zeltlagers, meldeten wir uns am Dienstag bei der Event Control an und begannen ab Mittag unsere Pit im Zelt der Elektroteams einzurichten. Aus den Erfahrungen des letzten Jahres gelernt, brachten wir dieses Jahr auch einen Kühl­schrank mit in die Box, welcher sich noch als überlebenswichtig erweisen sollte.

In der Nacht zum Mittwoch erreichte der egn13 dann Hockenheim und wir konnten dank viel Zureden der Security noch auf das Gelände, um die Box zu Ende aufzubau­en und das Scrutineering vorzubereiten. Soweit lief alles zu unserer Zufriedenheit.

Das änderte sich dann am Mittwoch schnell. Die Reihenfolge im Scrutineering, der technischen Abnahme aller FS Fahrzeuge, beruht auf der Platzierung eines Regelquiz im Frühjahr und ergibt die Zeitslots der Teams für ihre technische Überprüfung. Ärgerlich für uns war, dass wir trotz unse­res Zeitslots noch länger warten mussten, da einige Teams, die vor uns auf der Liste standen, ihre Slots nicht wahrgenommen hatten (meistens weil sie noch am Auto arbeiteten) und dann zeitgleich mit uns zur Abnahme kamen. Da sie jedoch vor uns auf der Liste standen, wurden sie vor uns rein gelassen. So kamen wir bis zum Schluss des Tages nicht in die Abnahme.

Der Donnerstag war der Tag der „Sta­tics“ (statische Disziplinen) für die Elektro Teams. Gegen 13:15 Uhr begannen wir mit dem Cost Report. Das Feedback für unseren Real Case (eine Fallstudie zum Thema: Laufzeitkosten des Fahrzeugs) war positiv, sodass wir alles in allem Zufrie­den und zuversichtlich waren mindestens

50% der Punkte mitgenommen zu haben. 50% war das ausgesprochene Ziel für die jeweiligen Disziplinen. Direkt nach dem Cost Event begaben wir uns in das Design Event und zeitgleich in die Business Plan Presentation. Beim Design Event stellten unsere Konstrukteure ihre Ideen und Ent­wicklungen einer Jury der FS bestehend aus Fachleuten der Sponsorenfirmen des Events vor. Die nicht beteiligten Teammitglieder standen unterstützend am Rand der „Präsentations-Area“. Für unser Team war dieser Teil des Events in Hockenheim die beste Möglichkeit, um fundierte Rück­meldungen zu den eigenen Ideen, Konst­ruktionen und Entwicklungen zu erhalten. Gleichzeitig wurde von „Nikolai Reinke und Felix Kexel“ der Business Plan vor­gestellt und unser „Produkt“ als Made in Germany verkauft. Anschließend gab es das traditionelle Teamfoto mit Auto im „Forum“ über der Boxengasse. An diesem Tag zeigte das Thermometer wieder über 35°C und das spürten wir auch in unseren Präsentationsoutfits bestehend aus Blu­se/Hemd und langer Hose. Aber der Ein­druck zählt für die Juroren natürlich auch.

Mit vereinten Kräften ging es nun wie­der darum, möglichst schnell durch die technischen Abnahmen zu kommen. Unsere Elektroniker tauschten die Kla­motten und der Rest brachte das Auto wieder in die Warteschlange. Endlich ging es voran, damit wir, durch die DE­KRA geprüft, an den dynamischen Events auch teilnehmen durften. Die einzige Änderung, die wir vornehmen muss­ten, war die Anbringung eines Sensors. Das hat alle Wartenden viel Kraft gekos­tet, aber nun hatten wir den E-Sticker

Am nächsten Morgen stellte sich her­aus, dass das Auslesen des Energymeter Schwierigkeiten bereitete und ein erneu­tes Öffnen des versiegelte Akkucontai­ners notwendig war. Also mussten wir uns den Sticker erneut holen, um den nächs­ten Schritt zu tun. Der Warteplatz für die mechanische Abnahme, den wir uns früh am Morgen gesichert hatten, war längst verfallen und wir mussten uns somit ganz hinten anstellen. Auch am Freitag kletter­te die Temperatur wieder in Hitzeregionen und das Team litt bei 40° und der enormen Anspannung noch vor dem Wet Pad, der ersten dynamischen Disziplin, alle Sticker der technischen Abnahme zu bekommen.

Nun begann der Krimi gegen die Zeit und die Temperaturen. Während das Wet Pad schon gestartet war, waren wir endlich mitten in der mechanischen Abnahme des egn13. Die kleineren Anmerkungen der Scrutineers konnten wir mit allen Kräf­ten innerhalb von 2h beheben und waren schnell wieder in der technischen Abnahme.

Endlich durch sind wir sofort zum Tilt Test und zum Wiegen. Keine unserer Angstdis­ziplinen. Und dann auch die erste Überra­schung, Gewicht knapp über 270kg, un­serem Gewichtsziel der Saison! Glücklich ging es zu einer unserer Angstprüfungen, da wir vorher nie die Zeit hatten es zu testen – der Regentest. Dank unserer gu­ten Verkleidung dieses Jahr war unsere Elektronik deutlich besser geschützt, so­dass unsere Dichtungen standhielten - Regentest bestanden! Nur noch eine Sti­cker der fehlte - Brake Test. Und noch 10 Minuten Wet Pad. Wir wollten es unbe­dingt schaffen und wir flehten die Scruti­neers an, sich noch zusätzlich zu beeilen, da wir ja auch noch auf die Regenreifen wechseln mussten. Aber auch der Brems­test ist kein Kinderspiel. Nur wenn die Bremsbalance stimmt, kann man ihn be­stehen und durch unsere Reparaturen waren wir uns nicht mehr sicher, wie sie genau eingestellt war. Und prompt der Schock beim ersten Versuch, nur die Hin­terräder blockierten und die Uhr tickt! Beim zweiten Versuch dann die Erlösung, alle vier Reifen blockierten und der letz­te Sticker gehörte uns. Doch leider kam dies einige Minuten zu spät, sodass wir nicht mehr zum Wet Pad antreten duften.

Doch Samstags folgte der nächste Pau­kenschlag. Probleme mit der Batterie. In Rekordzeit konnten wir die Repara­turen durchführen. Nach einer Stunde konnten wir den Wagen wieder star­ten und so machten wir uns auf den Weg zum Beschleunigungsrennen. Dort konnten wir in allen vier Läufen starten und am Ende standen 4,43 s auf der Uhr, die wir wohlbemerkt mit nur knapp 65 kW anstatt 85 kW erreicht haben.

Die Freude wurde jedoch beim Auto­cross am Abend schnell getrübt. In den ersten zwei Versuchen schied der egn nach nur 100m aus. Auch die Bemü­hungen der Elektroniker machten ihn nicht mehr flott, sodass auch der dritte und letzte Versuch nach nur 100m en­dete. Einzig der Grillabend mit einigen Vertretern unseres Hauptsponsors NXP am Abend hob die Stimmung wieder an. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an NXP für den super Support vor Ort!

Am nächsten Morgen stand das abschlie­ßende Endurance an. Unsere Elektroni­ker hatten in der Nacht das Auto so be­arbeitet, dass es, wenn auch vorsichtig, antreten konnte. Damit waren wir das einzige Team, welches trotz verpasstem Autocross am Endurance teilnahm. Jede Runde die unser egn absolvierte wurde von uns am Streckenrand gefeiert und als der Fahrerwechsel anstand, machte sich zum ersten Mal eine Art Hoffnung breit. Diese sollte jedoch in der 11. Run­de begraben werde als der Wagen aus­rollte und stehen blieb. Somit blieb uns nur noch übrig, den anderen Teams zu gratulieren und das Event am Abend auf der Mahle-Party ausklingen zu lassen.